Wenn Generationen
aufeinandertreffen

Kann der Arbeitsplatz wirklich Leben verändern?

Wenn Generationen aufeinander-treffen

Kann der Arbeitsplatz wirklich Leben verändern?

Highlights der Studie

Die Arbeitswelt verändert sich. Doch mehr noch als die Arbeit selbst verändern sich die Menschen. Dieser Wandel geht über die Umstrukturierung von Prozessen oder die Einführung neuer Technologien hinaus – er betrifft die Erwartungen, Werte und Prioritäten derjenigen, die täglich zum Leben eines Unternehmens beitragen.

Ziel dieser Studie ist es, zentrale Entwicklungen in der Arbeitswelt aus internationaler Perspektive sichtbar zu machen. Sie beleuchtet die Faktoren, die persönliche und berufliche Zufriedenheit beeinflussen, die Beweggründe für Verbleib oder Wechselbereitschaft, die Wahrnehmung von Wohlbefinden und Work-Life-Balance sowie die Bedeutung von Unternehmenskultur und Entwicklungsmöglichkeiten.

Zwischen Leben und Arbeit

Arbeitszufriedenheit, Erwartungen, Stabilität

Der globale Blick zeigt ein klares Bild: Nahezu 9 von 10 Personen äußern sich zufrieden mit ihrer aktuellen Arbeitssituation. Besonders hoch ist die Zufriedenheit bei Besserverdienenden und der Generation der Babyboomer – bei jüngeren Altersgruppen nimmt sie hingegen ab.

Doch was macht Menschen wirklich zufrieden im Job? Ein sicheres Einkommen, eine gute Work-Life-Balance und das Gefühl, für die eigene Leistung anerkannt zu werden, zählen zu den wichtigsten Treibern von Zufriedenheit – und zu den zentralen Anforderungen an einen idealen Arbeitsplatz.

Die Ergebnisse zeigen: Karriere ist vielen weiterhin wichtig – aber sie soll zunehmend Teil eines insgesamt erfüllten Lebens sein. Ein gutes Gehalt bleibt dabei essenziell, doch das Thema persönliches Wohlbefinden gewinnt spürbar an Bedeutung. Und obwohl Stabilität geschätzt wird, wären 53 % der Befragten bereit, diese zugunsten größerer Flexibilität bei der Lebensgestaltung aufzugeben – insbesondere die Generation Z.

Doch wie – und wo – sehen sich Menschen in der Zukunft?

Berufliches Wachstum

Persönliche und berufliche Entwicklung im Wandel

Die Weiterentwicklung der eigenen Karriere ist ein weit verbreitetes Ziel. Gerade vor dem Hintergrund der rasanten und tiefgreifenden Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt ist es entscheidend, regelmäßig neue Fähigkeiten zu erwerben und das eigene Profil aktuell zu halten.

89 % der Befragten halten kontinuierliches Lernen für wichtig, 72 % sind der Meinung, dass die Verantwortung für den Kompetenzausbau sowohl bei den Mitarbeitenden als auch beim Unternehmen liegt.

Weiterbildung gilt dabei als Schlüssel – sei es für neue Rollen, den nächsten Karriereschritt oder neue Jobperspektiven. Doch was wünschen sich Beschäftigte konkret, wenn es um berufliche Entwicklung geht?

Insbesondere junge Menschen – allen voran die Generation Z – streben nach persönlichem Wachstum und beruflichem Aufstieg. Babyboomer hingegen, oft näher am Ruhestand, legen größeren Wert auf Sicherheit im Job.

Dabei geht es längst nicht mehr nur um das Gehalt: Immer häufiger sind Aspekte wie das Privatleben, eine gute Work-Life-Balance und die Möglichkeit, persönlichen Interessen nachzugehen, ausschlaggebend dafür, ob ein Jobangebot attraktiv erscheint.

Diversity & Inclusion:
Weiter an Vorurteilen arbeiten

Wenn Anspruch und Wirklichkeit auseinandergehen

Ein deutlich erkennbarer Trend am Arbeitsplatz ist der zunehmende Fokus auf Diversity, Equity & Inclusion (D&I). Viele Unternehmen formulieren Richtlinien, um ein respektvolles und inklusives Arbeitsumfeld zu fördern. Die Sensibilität für dieses Thema ist hoch: Rund drei von vier Befragten halten es für wichtig, dass Unternehmen sich aktiv mit D&I-Fragen auseinandersetzen.

Allerdings empfinden viele Befragte einen Mangel an Substanz: 67 % sind der Meinung, dass Unternehmen zwar über D&I sprechen, jedoch kaum konkrete Maßnahmen für Mitarbeitende umsetzen. Dieses Missverhältnis wird generations- und länderübergreifend wahrgenommen – und es zeigt Handlungsbedarf.

Ein genauerer Blick auf bestehende Vorurteile offenbart: Stereotype halten sich hartnäckig.

  • Alter: Älteren Kolleg:innen wird oft weniger technisches Know-how zugeschrieben, während Jüngeren mangelnder Respekt gegenüber Hierarchien unterstellt wird.

  • Behinderung: Die Wahrnehmung, dass Menschen mit Behinderung benachteiligt werden, bleibt bestehen.

  • Nationalität: 44 % der Befragten glauben, dass es für ausländische Mitarbeitende aufgrund kultureller Unterschiede schwieriger ist, effektiv zu arbeiten.

Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen – und angesichts weiterhin bestehender Vorurteile – ist es entscheidend, die Relevanz von D&I-Themen konsequent weiter zu fördern. Nur so entstehen Arbeitswelten, die Vielfalt wirklich leben und wertschätzen.

Der Wert eines Unternehmens

Was Mitarbeiterloyalität wirklich antreibt

Unternehmen sind längst mehr als nur Arbeitsplätze. Sie sind Kulturräume, die kontinuierlich Werte leben und kommunizieren. Umso wichtiger ist es, wie stark sich Mitarbeitende und Bewerbende mit diesen Werten identifizieren – denn genau diese Übereinstimmung beeinflusst maßgeblich, ob Talente gewonnen und langfristig gebunden werden können. Stimmen persönliche und unternehmerische Werte nicht überein, wird ein Jobangebot häufig gar nicht erst in Betracht gezogen.

Drei von vier Befragten sehen die Unternehmenskultur als einen zentralen Wert im Team, in dem sie arbeiten. Insbesondere Mitarbeitende mit Führungsverantwortung sollen sich laut Einschätzung stärker mit den Unternehmenswerten identifizieren – und sie sowohl intern als auch extern glaubwürdig vertreten.

Noch einen Schritt weiter geht die Bereitschaft, als „Markenbotschafter:in“ aufzutreten – also das eigene Unternehmen und seine Werte gegenüber potenziellen Talenten oder am Markt aktiv zu vertreten. Die Mehrheit der Befragten (56 %) steht dieser Rolle offen gegenüber.